Vorwort
Wow, was war das für ein Anblick?!

Die ersten Takte des Intros, die Fahnen schwingen, verwandeln das Stadion tatsächlich in ein Fahnenmeer. Ich hab das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und hatte feuchte Augen als die ganze Anspannung der letzten Tage mit einem Mal von mir abfiel.

Zeit für einen Rückblick
Im Dezember 2017 kam zum ersten Mal die Idee auf, beim Stadion-Konzert in Frankfurt eine Art Choreo auf die Beine zu stellen. Ein Brainstorming begann, welches neben den Planungen für zunächst “Kinder dieser Zeit” und später dem B.O.S.C. immer weitergesponnen wurde. Anfang Mai gab es zunächst eine ziemlich ernüchternde Absage von Wizard. Sicherheitsvorschriften, Sichtbehinderung, da wurden einige Hürden aufgezählt.

Doch das letzte Wort haben die Onkelz, und nachdem diese sich entschieden hatten, uns walten zu lassen, konnten die von Wizard angesprochenen Probleme gemeinsam mit dem Stadionbetreiber gelöst werden. Da wir das Finale “Go” erst Ende Juli und damit nicht mal mehr einen Monat vom Konzert entfernt erhielten, war nun ordentlich Druck auf dem Kessel.
Ein Anbieter für 15.000 Innenraumfähnchen sprang ab, nachdem er die Druckvorlage erhielt. Sie hatten plötzlich nicht mehr genug Papier, welches den Brandschutzbestimmungen genügte. Es musste in Windeseile ein Notfallplan her und schließlich fanden wir einen Anbieter, der uns zumindest 10.000 bedruckte Fähnchen zum immer näher rückenden Termin zusagen konnte.
Es standen diverse Treffen mit Stadionbetreiber und Produktion an, es musste koordiniert werden, wann das Material geliefert wird und vor allem, wohin. Der Zugang unserer Mitarbeiter musste gewährleistet werden, das Handling bezüglich der Schwenkfahnen geklärt werden. Die meiste Arbeit hatte hierbei unser Pepper, der sich wochenlang mit telefonischen, schriftlichen und persönlichen Absprachen befasst hat, die teils im Minutentakt von irgendwem umgeschmissen wurden.

Die Vorbereitung am Freitag
Am Freitag vor dem Konzert haben wir uns mit einer Gruppe williger Helfer um 10:00 Uhr am Stadion getroffen. Kurze Ansprache von Matze, dem Produktionsleiter, Zugangsbändchen erhalten und ab zur Osttribühne. Der für uns zustände Security war super hilfsbereit, schaffte uns unsere Paletten an den Aufgang zur Tribüne und wir konnten loslegen.
Vier Rollen schwarze Folie mussten auf beiden Banden angebracht werden, darauf die Schriftzüge “Frankfurts ganzer Stolz” und “Für immer Onkelz”. Doch hier hatten wir bereits das erste Problem – es fehlten Buchstaben. Um genau zu sein 7 von 36. Und keiner der beiden Schriftzüge war komplett, schöne Scheiße.
Also Anruf beim Anbieter, der glücklicherweise in Darmstadt sitzt, dort wurde noch mal alles durchsucht. Nachdem man ebenfalls nicht fündig wurde, sollten die Buchstaben nachgedruckt, abgenäht, mit Ösen versehen und nachgeliefert werden – noch am selben Tag. Glück gehabt! Wir überlegten dennoch, was die Jungs wohl beim Soundcheck denken, wenn sie auf die Bühne kommen und da steht “Frank ts nzer Stolz” und “Für im e Onkelz” auf den Banden …

Wir haben also die bereits vorhandenen Buchstaben angebracht und zehntausend Plastikfahnen auf beiden Rängen der Osttribühne verteilt. Unser Sportpensum an diesem Tag war gewaltig, ich kam mir vor wie Jack und Desmond aus LOST die zum Trainieren die Treppen eines Stadions hoch und runter rennen. Gegen 17:00 Uhr mussten wir die Tribüne dann verlassen. Wir waren ohnehin – in doppelter Bedeutung – fertig.

Der Konzerttag – Das Fahnenmeer
Samstagmorgen, Konzertmorgen, wieder Treffpunkt. Wieder 10:00 Uhr am Stadion. Und die Spannung: wurden alle fehlenden Buchstaben geliefert? Sie wurden!

Wir konnten also in Ruhe die Schriftzüge fertigstellen, noch mal alles kontrollieren und Hinweisplakate an den Tribünenaufgängen anbringen. Gegen 12:00 Uhr verließen wir das Stadion wieder, um nur wenige Stunden später erneut an Ort und Stelle zu stehen.

Nachmittags, am Stadion, durften wir die Fastlane nutzen, um auf die Suche nach den Kisten mit den Fähnchen für den Innenraum zu gehen. Denn die mussten natürlich noch unters Volk gebracht werden. Bei so einer riesigen Produktion sind Absprachen manchmal nicht so leicht und so verzögerte sich das Ganze etwas, bis die Standorte ausfindig gemacht werden konnten und unsere Helfer sich mit Fähnchen bewaffnet auf den Weg in den Innenraum machten, um das Stadion in ein riesiges Fahnenmeer zu verwandeln.Gleichzeitig mussten die Schwenkfahnen zu einem der Eingänge gebracht und bei der Security hinterlegt werden.
Um halb acht trafen sich unsere Fahnenträger um mit den für sie abgestellten Security zu besprechen, wo sie stehen werden und gegen acht wurden sie an ihre Plätze in der ersten Welle eskortiert. Unsere Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt, die Zeit bis halb neun verging wie in Zeitlupe. Und dann war es so weit. Das Intro ging los, die Fahnen gingen in die Höhe. Das war ein Anblick für die Ewigkeit!

Video
Unser Sebi hat sich direkt die Nacht um die Ohren geschlagen, um dieses wundervolle Video von unserer ersten Fan-Aktion zu erstellen.

Schlusswort
Wir bedanken uns bei jedem, der die Aktion möglich gemacht hat, Tilman, der vonseiten des Stadions aus super mit uns zusammengearbeitet hat, dem netten Security, der uns freitags “betreut” hat, Wizard die uns letztlich doch diverse Möglichkeiten eröffnen konnten, den Onkelz, dass sie das Vertrauen in uns hatten, eine solche Aktion stemmen zu können, allen Helfern, die sich Freitag und Samstag für uns ins Zeug gelegt haben und natürlich jedem Einzelnen, der in der Arena sein Fähnchen geschwungen hat.

Es war uns ein Fest!

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