„Doch dann kam der Regen“, was bei einer Licht der Hoffnung Aktion immer ungut ist. Davon lassen wir uns jedoch nicht unterkriegen und ziehen unsere gute Tat in Berlin knallhart durch – Ihr wisst ja: Nur die Harten kommen in den Garten.

Zu sechst treffen wir uns am Ostbahnhof. Der Ordnung wegen und für eine einfache, angenehme sowie unkomplizierte Ausgabe haben wir einen Bollerwagen für Damenkleidung und einen Wagen für Herrenklamotten dabei. Zudem gehört ein Wagen mit Getränken und Hygieneartikeln sowie ein weiterer Wagen mit Nahrungsmitteln zur Ausrüstung. Nach einem kurzen Plausch, dem Anfertigen des Gruppenfotos und dem bangen Blick auf das Wetter – es ist sehr wechselhaft – starten wir in Richtung Tiefgarage, wo wir dann auch die ersten Bedürftigen antreffen. Unter ihnen ist eine Frau, die so gut wie gar nichts besitzt und die deshalb auch sehr glücklich darüber ist, was wir ihr alles geben können. Während wir hier zugange sind, bemerken wir, dass immer mehr Menschen den Weg zu uns finden. Das trifft sich gut, denn draußen regnet es erneut – eine Standausgabe in der Tiefgarage schützt uns und unsere Waren vor Nässe. Zusehends leeren sich die Wagen, sodass wir dann beschließen, einen Abstecher zu unseren Autos zu machen, um die Bollerwagen aufzufüllen, bevor wir uns hinaus ins kalte Nass wagen.

Anschließend geht’s mit vollen Bollerwagen mit der S-Bahn zum Alexanderplatz. Dort angekommen erwartet uns ein altbekanntes Bild: Bedürftige, die keiner bemerkt, weil alle so sehr in ihrem Alltag gefangen sind und von A nach B huschen – oder die Bedürftigen nicht eines Blickes würdigen möchten. Das Verteilen unserer Spenden löst große Freude aus. Die Leute nehmen auch nur das, was sie wirklich brauchen. Eine Männergruppe unter einer nahegelegenen Brücke schenkt uns aus reiner Dankbarkeit ein rosa Glücksbärchen – das ziert nun einen unserer Bollerwagen und dient als Aktions-Maskottchen. Da brauchen wir noch einen Namen – schreibt Vorschläge gerne in die Kommentare!

Unser Fazit für heute: 43 ausgegebene Terrinen, 40 verschenkte Fischkonserven, etliche Eier, Brote und Bananen und sehr viel Kleidung fand Menschen, die sie dringend benötigen. Geschätzt haben wir heute circa 60 Personen versorgen können – ein gutes Gefühl hinterlässt das in uns. Daher freuen wir uns bereits auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: Mindestens die Welt verändern. Denn wie der Talmud schon sagt: „Wer eine Menschenseele rettet, dem wird es angerechnet, als rette er die ganze Welt.“

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.