„Wir sind die Onkelz, wer bist du?“ Wieder einmal geht es für mich, Stevi, in die Stätte meiner ersten Licht der Hoffnung-Aktion nach Dortmund. Schon fast heimisch ist mir diese Stadt geworden, und das als Gelsenkirchener! Zumindest immer an einem Samstag im Monat. Dann freue ich mich, bekannte Gesichter zu sehen, mit denen man nicht nur das Projekt Licht der Hoffnung ausfüllt, nein, es ist viel mehr. Die Zeit, die dort während der Vorbereitung vergeht, wird mit herzlichen und lustigen Sprüchen verbracht, jedoch immer mit dem Wesentlichen im Auge. Die Chemie im Team Dortmund stimmt für mich besonders gut.

Als Sandra und Dirk mich abholen, wissen wir noch nicht, dass es heute etwas zäher wird als sonst, doch jede Aktion ist eigen und somit auch diese. Mit 10 motivierten Leuten und heute 8 vollgepackten Bollerwagen ziehe ich mit Albin, Kevin und seinem Sohn Phil, Dirk und seiner Frau Sandra, Heiko, Volki, Chris und Thomas los. Der erste Halt ist – wie so oft – der Bahnhofsvorplatz. Im Gegensatz zum letzten Monat können sich die Bedürftigen heute hier wieder frei bewegen und es spricht sich schnell herum, dass die Engel in Zivil in ihren grünen Westen ihre Kreise drehen. Ein uns bisher unbekannter Obdachloser ist erstaunt darüber, dass die Onkelz sich für Bedürftige einsetzen und möchte wissen, „ob die nicht rechts seien“. Wir klären ihn auf, dass die Band weder rechts noch sonst wie politisch extrem eingestellt ist. Mit dankbaren Worten in unsere Richtung und die der Onkelz verabschiedet er sich.

Viele Bedürftige freuen sich enorm, sobald man mit ihnen ins Gespräch kommt. Unsere Gaben sind da manchmal nebensächlich. Sie freuen sich sehr übers Lachen und den Austausch. Es ist nicht einfach ein plumpes: „Hier, nimm!“, sondern eher ein: „Wie geht es dir gerade?“ Was uns heute negativ auffällt, sind Menschen ohne Bedürftigkeit, die es für selbstverständlich halten, sich an den Bollerwagen bedienen zu dürfen. Albin und Heiko weisen sie freundlich, aber bestimmt ab. Als wir bei „Ralle“, einem Bedürftigen, der immer vor einer bestimmten Mülltonne sitzt, ankommen, spricht mich eine Frau an, die sich sehr für eine politische Partei engagiert, und möchte wissen, wer wir sind und warum wir das machen. Die Dame begrüßt zwar, dass es solche Aktionen gibt, mag sie aber angesichts der Onkelz im Hintergrund nicht gutheißen. Dennoch können wir sie vom Sinn unserer Aktion überzeugen und das Gespräch nimmt eine positive Wendung.

Wir sind fast am Ende unserer Strecke angekommen, als Albin einen Mann bemerkt, der ca. 30 Meter von uns an einer Laterne lehnt. Er zeigt große Dankbarkeit dafür, dass wir uns umsichtig um ihn kümmern. Ein weiterer Herr sowie eine Dame, die beide augenscheinlich unter Drogeneinfluss stehen, wissen unsere Gaben nicht zu schätzen und verhalten sich respektlos gegenüber Albin. Als erfahrener Aktionsteilnehmer weiß er jedoch damit umzugehen und als wir zum Schluss auf eine Bedürftige treffen, die uns bereits schmerzlich vermisst hat, ist ohnehin wieder alles vergessen. Zum Abschluss lassen wir kurz darauf einen weiteren erfolgreichen Tag bei einem gemeinsamen Imbiss Revue passieren und tauschen uns rege über das heute Erlebte aus.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.