„Kein Geld, aber Hunger“: Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt setzt sich eine kleine Truppe, bestehend aus Christine, René mit seiner Tochter, und mir, Henning, von einem zentralen Parkhaus aus in Bewegung, um in der Domstadt Köln Gutes zu tun. Neben Lebensmitteln und Kaffee haben wir noch einiges an Second-Hand-Klamotten dabei und können alle drei Bollerwagen gut befüllen, die sich jedoch wieder einmal rasend schnell leeren. Es scheint, dass es hier stetig mehr Bedürftigkeit gibt. Wir treffen auf einige bekannte und viele unbekannte Gesichter. Anhand des mitgeführten Gepäcks erkennen wir die vielen von Armut und Verwahrlosung gekennzeichneten Menschen, die mit Isomatten, Decken und Schlafsäcken im Gepäck umherirren.

Schon im Parkhaus werden wir erkannt und eine kleine Gruppe Menschen folgt uns im Gänsemarsch, bis wir uns routiniert aufstellen, während andere erst auf Ansprache zu uns kommen. Christine unterhält sich hier länger mit einem Bedürftigen, während bei der Ausgabe von Kaffee und Fingerfood nur kurze Gespräche möglich sind. Auf die Frage: „Kann ich dir was Gutes tun?“ kommt oftmals die Antwort: „Ich habe Hunger!“. Wir können helfen und die Dankbarkeit ist enorm. Zum Teil wird direkt eine zweite Terrine hinterher gegessen und auch die Nachfrage nach Verbandmaterial ist hoch. Trotzdem sorgen Fragen wie „Wie geht es dir?“ oder auch nur: „Was bekommst du, mein Bester?“ für freudige Augen, da man gesehen und gehört wird.

Bei der Kaffeeausgabe spricht mich plötzlich jemand von hinten an, ob ich auch ihm einen Kaffee machen könne. Als ich mich umdrehe, steht ein durstiger Mitarbeiter der Stadtreinigung vor mir. Natürlich bekommt er trotzdem einen Kaffee, denn er fragt höflich, und manchmal muss er ja leider, trotz aller Achtsamkeit unsererseits, auch unsere Überreste beseitigen. Die Ausstattung mit Kleidung meistern heute René und seine Tochter fast wie von selbst. Am Breslauer Platz sehe ich später noch, wie ein bedürftiger Rollstuhlfahrer von Fremden mit Wasser versorgt wird. Auch er ist sehr dankbar darüber, dass man ihn nicht übersieht. Überhaupt herrscht heute wieder eine große Dankbarkeit uns gegenüber und nach einem guten Gespräch mit einem Mann, der den B.O.S.C. bereits aus einer uns bestens bekannten Kontaktstelle für Obdachlose im Ruhrgebiet kennt, können wir eine gelungene Aktion bei einem gemeinsamen Snack in einer Fisch-Fastfoodkette beschließen.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.