„Einmal kommt der Tag, der die Erlösung bringt“: Vor der heutigen Ausgabe in einer uns bestens bekannten Notunterkunft im östlichen Ruhrgebiet fahren Tom Micha und ich, Christine, mitsamt einiger privater Mitbringsel zum Großeinkauf in einen Supermarkt. Wir kaufen eine Menge Lebensmittel ein, die sich zur einfachen Selbstversorgung eignen, außerdem Waschmittel, Spülmittel, Flüssigseife, mehrere Tuben Zahnpasta und Toilettenpapier, die vom B.O.S.C. finanziert sind. Dafür vielen Dank nicht nur von uns, auch die Empfänger bedanken sich von Herzen. Die Unterstützung ist ungemein wertvoll und nimmt den Bewohnern eine Menge finanziellen Druck.

Leider ist Bewohner D., der eigentlich bereits in seiner Wohnung leben sollte, noch immer in der Unterkunft. Da ich ihn kurz nach seinem offiziellen Einzugstermin kontaktiert hatte, wusste ich im Vorfeld davon. Sein Betreuer hat es versäumt, in der Wohnung Strom anzumelden, weshalb sich das Ganze verzögert. Die Wohnung ist bereits fertig eingerichtet und D. hofft auf einen Einzug im Laufe der kommenden Woche.

Des Weiteren erwarten uns die Bewohner N. und G., die weiterhin fieberhaft nach einer Wohnung suchen, um aus der beengten Situation der Notunterkunft herauszukommen. Hier gibt es leider noch keinen Fortschritt zu vermelden. G., der in den letzten Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten hat, erzählt aus seinem Leben. Wir sind in etwa im gleichen Alter, sind sogar in derselben Stadt aufgewachsen. Daher unterhalten wir uns angeregt über die 80er Jahre. N. redet derweil mit Tom Micha über Glaubensfragen und Bibelpassagen.

Ein weiterer Bewohner, den wir nur selten sehen und der von den Mitbewohnern als psychisch auffällig beschrieben wird, kommt dazu. Er begrüßt Tom Micha und mich freundlich und bedankt sich für die Gaben. Mit den anderen Bewohnern redet er in einem solchen Tonfall, der für Unruhe sorgt, die sich erst wieder legt, als er den Raum verlässt. Die noch anwesenden Mitbewohner lehnen ihn ab, da er seiner Familie angeblich Gewalt angetan hat. Während Tom Micha und ich keinen Unterschied zwischen einzelnen Anwesenden machen, bewerten die Bewohner das ganz anders.

Wir sitzen noch plaudernd auf den Bänken, bis es kühl und dunkel wird. Abgesehen von dem kleinen Zwischenfall war es ein harmonischer Spätnachmittag.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unterhttps://mein.bosc.de an.