„Denken kann nicht schaden.“ – Wir, Annika und Frank, starten heute wie so oft vor dem Hauptbahnhof in Gelsenkirchen. Frank geht hinein, spricht die Menschen an, gibt Bescheid – und schon nach wenigen Minuten stehen die ersten vor uns. Wartend. Hoffend. Dankbar.
Vor dem Bahnhof können wir direkt mehrere Bedürftige versorgen. Jeder Blick, jedes „Danke“ zeigt uns wieder, wie wichtig diese kurzen Momente sind. Der Weg führt uns weiter durch die einst belebte Einkaufsstraße. Heute wirkt sie stiller, zumindest für uns. Denn wir treffen weniger Gruppen, dafür mehr einzelne Personen an.
Bis zum Heinrich-König-Platz können wir weitere Menschen mit unseren Gaben beschenken. Allen ist gemeinsam, dass sie individuelle Schicksalsschläge erlebt haben, die ihre einzigartigen Lebensgeschichten prägen.
Vor einer Bäckerei sehen wir eine uns bekannte Bedürftige schon von Weitem. Als sich unsere Blicke treffen, liegt sofort dieses ehrliche, warme Lächeln in ihrem Gesicht. Ein Moment, der mehr sagt als viele Worte. Später bringen wir ihr noch einen Kaffee. Eine kleine Geste, aber für sie ein Stück Wärme in ihrem kalten Alltag.
Auf dem Rückweg erleben wir dann einen besonderen Moment:
Unser „erster Kunde“, den wir lange nicht gesehen haben und nun wieder antreffen, stellt sich als Marvin vor und fragt ganz vorsichtig:
„Habt ihr vielleicht etwas für mich? Ich habe schon lange nichts mehr gegessen…“
Diese Zurückhaltung, diese leise Hoffnung – sie gehen unter die Haut.
Später treffen wir einen unserer Stammkunden. Er hat sich in einem Hauseingang eingerichtet. Sein Fuß ist verletzt, er kann kaum laufen. Man merkt: Jeder Schritt ist für ihn eine Herausforderung.
Am Ende des Tages können wir etwa 25 Menschen versorgen.
25 kleine Momente der Hilfe.
25 Begegnungen.
25 Schicksale.
Was bleibt, ist nicht nur das gute Gefühl geholfen zu haben. Was bleibt, ist auch der Gedanke daran, wie es für diese Menschen weitergeht morgen, übermorgen… bis wir uns erneut begegnen.
Und wir wissen sehr wohl: Wir sind nur ein kurzer Lichtblick. Ein Moment. Ein kleiner Halt im Alltag. Ein #Licht der Hoffnung. Aber genau deshalb machen wir weiter: Weil jeder Mensch gesehen werden muss.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.


