„Gesetze der Straße“ – Es ist der letzte Samstag im Monat Juli. Für uns die Zeit, wieder das Licht der Hoffnung in Dortmund erstrahlen zu lassen. Wir, also Albin, Chris, Dirk, Heike, Heiko, Helge, Sina, Stevie, Volker und ich, Sandra, freuen uns besonders über Thomas und Michelle, die nach längerer Pause wieder mitmachen, sowie über Sandra, die heute das erste Mal dabei ist.

Wie gewohnt treffen wir uns um 13:00 Uhr am Parkplatz vor dem Hauptbahnhof. Die sage und schreibe 12 Bollerwagen werden mit Getränken, Terrinen, Schokobrötchen, Fischkonserven, Hygienepacks, Schuhen, Kleidung und Hundefutter bestückt. Bei echtem „Waschküchenwetter“ starten wir in Richtung Bahnhofsgebäude. Dort werden wir dank unserer grünen Westen schnell erkannt und freudig begrüßt. Hier versorgen wir viele Bedürftige mit dem Nötigsten und die Dankbarkeit ist groß.

Wir ziehen weiter in Richtung Fußgängerzone, wo wir immer wieder anhalten, um den bedürftigen Menschen etwas Gutes zu tun und Gespräche zu führen. Leider erleben diese Menschen sehr selten, dass jemand offenkundig Interesse an ihn en zeigt. Besonders in Erinnerung bleibt ein Gespräch mit einem jungen Mann, der ca. 18-20 Jahre alt ist. Als wir ihn mit Essen und Kleidung versorgen, hat er Tränen in den Augen. Er bedankt sich aus tiefstem Herzen dafür, dass wir etwas so Tolles für „Leute wie uns auf der Straße“ machen. Er ist eher zurückhaltend, als Thomas ihn fragt, wie viele Paar Socken er haben möchte. Er meint: „Ach, ein Paar würde reichen, gib lieber meinen anderen Kumpels mehr Socken als mir.“ Als wir ihm dennoch mehr als nur ein Paar Socken sowie Unterwäsche überreichen, ist er überglücklich und bedankt sich überschwänglich.

Auf unserer Runde werden wir mehrmals von zufällig Anwesenden angesprochen, die auf uns aufmerksam geworden sind. Man nimmt uns wahr und wir werden gelobt. Ein Pärchen schenkt uns sogar Hundefutter, damit wir es an bedürftige Hundebesitzende verteilen. Auf dem Weg zu einer Drogenhilfeeinrichtung halten wir erneut, denn wir wissen, dass ein Bedürftiger hier immer am Eingang der U-Bahnstation sitzt. Stevie geht zu ihm und passt auf seine Habseligkeiten auf, während er zu uns kommt und wir ihn mit Kaffee, Bananen, Schokobrötchen und Hygienepacks versorgen.

An der Einrichtung angekommen, dauert es nicht lange, bis alle Bollerwagen so gut wie leer sind. Auch hier ist die Dankbarkeit überwältigend – für etwas zu trinken, ein Paar Socken oder eine Kleinigkeit zu essen.

Wir machen uns auf den Rückweg. Selbstverständlich verweilen wir auch heute bei „unserem“ Dönerimbiss, um uns ein wenig zu stärken. Als wir mit unseren Bollerwagen zurück zum Hauptbahnhof ziehen, spielt eine Gruppe das Lied „Auf gute Freunde“ auf ihrem CD-Spieler ab – ein weiterer emotionaler Moment des heutigen Tages, gepaart mit sehr viel Vorfreude auf ein erneutes Wiedersehen bei der nächsten „Licht der Hoffnung“-Aktion!

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.