Ende August bringen wir, Sandra, Manu, Tom, Kevin und ich, Christine, das „Licht der Hoffnung“ auch nach Duisburg. Tom und ich können einen Parkplatz direkt am Hauptbahnhof ergattern. Bereits beim Einsortieren der Bollerwagen steht der erste hungrige Mann bei uns, den wir direkt voll ausstatten. Nachdem alles bereit und auch der Rest unserer Gruppe eingetroffen ist, begeben wir uns zusammen auf den Bahnhofsvorplatz. Hier werden wir von einigen nicht bedürftigen Männern angesprochen. Nach einem kurzen Gespräch über unsere Aktion lassen sie über eine Musikbox die wohlklingenden Töne von „Auf gute Freunde“ erklingen. Damit ist klar: Wir sind angekommen. Schnell bildet sich eine Warteschlange zu uns hin.
Wir bedienen die Bedürftigen mit warmen Mahlzeiten, Snacks, Süßigkeiten, Getränken, Kleidung und Decken, die sehr gefragt sind. Auch die Unterwäsche und Socken, die uns der Club zugeschickt hat, gehen raus wie die berühmten warmen Semmeln. Unsere Hygienebeutel werden ebenfalls dankbar angenommen.
Nachdem wir hier alle versorgt haben, ziehen wir durch die Fußgängerzone. Auch dort treffen wir viele bedürftige Personen an, die wir entsprechend ihrer Bedürfnisse mit unseren Gaben unterstützen können. Ein Mann, der am Straßenrand sitzt, hat ein Onkelz-Sweatshirt an. Als ich ihn frage, ob ich ein Foto machen darf, zieht er sein Oberteil aus, und ein G.O.N.D.-Shirt mit den Onkelz als Headliner kommt zum Vorschein. Er ist total stolz darauf und stellt sich der Kamera. Eine Bedürftige, die mit ihrem Hund etwas weiter auf der Straße sitzt, freut sich riesig über die Gaben für sich sowie über Leckerlis und eine weiche Decke für ihren Hund Max. Max dankt es uns mit freundlichem Wedeln und genießt zusätzliche Streicheleinheiten. Ein weiterer Bedürftiger lehnt jede Hilfe ab – das müssen wir respektieren. Einem schlafenden Obdachlosen legen wir ein paar Dinge hin, in der Hoffnung, dass er sich darüber freut, wenn er aufwacht.
Eine Fahrradfahrerin hält an und fragt mich, wer wir sind und was wir tun. Sie gibt sich als Mitarbeiterin der Bahnhofsmission zu erkennen. Als sie „Onkelz“ hört, mutmaßt sie, dass wir während der Ausgabe womöglich politische Flyer verteilen würden. Sie ist erleichtert, als ich ihr Sinn und Zweck unserer Aktion erkläre. Über die Onkelz wusste sie bislang nicht viel. Das hat sich heute geändert.
Die Pumpkanne, die zum Aufgießen von Kaffee vorgesehen ist, leert sich schnell, sodass wir in einem benachbarten Café nach heißem Wasser fragen. Dort wird uns nicht nur unser Wunsch erfüllt, sondern obendrein noch eine volle Brötchentüte spendiert, deren Inhalt ebenfalls rasend schnell vergriffen ist.
Besonders fällt uns heute auf, dass viele der Menschen, die wir versorgen, mit Wunden übersät sind. Ich habe mittlerweile immer eine Erste-Hilfe-Tasche mit sterilem Verbandmaterial, Pflastern, Mullbinden, Kompressen etc. dabei, das ich in solchen Fällen zur Selbstversorgung herausgebe. Ein Mann verbindet sein Bein direkt an Ort und Stelle. Ich gebe ihm noch Material zum Wechseln mit und bitte ihn, einen Arzt aufzusuchen.
Zurück am Bahnhof können wir auch noch die übrigen Dinge verteilen, da das Publikum teilweise gewechselt hat und es so erneuten Bedarf gibt. Besonders freut uns, dass hier viele Menschen, denen wir zuvor Onkelz-Kleidung gespendet hatten, diese nun auch sofort und offen tragen.
Dank der Unterstützung des B.O.S.C. sowie großzügiger privater Spenden mehrerer Mitglieder können wir heute sehr vielen Menschen den Tag etwas besser machen. Die Bedürftigen in Duisburg sind ausnahmslos alle äußerst dankbar. Wir bekommen zum Teil unglaublich nette Kommentare, die uns motivieren, diese Aufgabe immer wieder gerne zu erfüllen.
Zum Schluss, nachdem alle anfangs prall gefüllten Wagen leer sind, gibt es leckere Currywurst aus einem Büdchen am Bahnhof, während der wir die vielen Erfahrungen des Tages austauschen können.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.



