„Alles ist wahr, wir sind wieder da“ und treffen uns am Ostbahnhof in Berlin. Wir beladen gerade die Bollerwagen und werden direkt gefragt, ob wir denn auch unter der Brücke vorbeischauen werden. Natürlich ist auch die Brücke als Anlaufpunkt geplant. Mit dieser Information zieht ein Obdachloser erst mal weiter.
Während wir beim letzten Mal sehr viele Bedürftige in der Tiefgarage antrafen, finden wir heute niemanden vor. Also beziehen wir unseren Posten vor dem Bahnhof. Heiko geht los und macht etwas Werbung für uns. Es dauert nicht lange, da kommt er mit einigen Menschen zurück. Diese bilden den Anfang für einen kurzen Ausgabemarathon, an dessen Ende wir die Wagen wieder auffüllen müssen.
Auch heute werden wir darauf angesprochen, wer wir sind und was wir hier tun. Die Frage wird mir von einem Ukrainer gestellt – auf Englisch – und ich merke schnell, dass mein Englisch ausbaufähig ist.
Da wir angekündigt haben, auch die Bedürftigen an der Brücke zu versorgen, machen wir uns auf den Weg dorthin. Dort treffen wir auf eine Gruppe von Personen, die unsere Spenden dankend annimmt. Ganz In der Nähe gibt es Tiny Häuser. Dort herrscht reges Treiben. Wir erkennen viele bekannte Gesichter. Kleidung ist hier sehr gefragt. Ausgerechnet Herrenkleidung haben wir leider nicht so üppig dabei.
Wir gehen kurz zurück zum Ostbahnhof, um unsere Vorräte neu aufzufüllen, und fahren anschließend weiter zum Alexanderplatz. Es ist wie immer eine Herausforderung, mit den Bollerwagen in die Fahrstühle der S-Bahn-Haltestellen zu kommen, aber auch das meistern wir. Vor einiger Zeit haben wir von einer Gruppe Männer ein Bärchen geschenkt bekommen, das seither als unser LdH-Maskottchen mitreist. Heute treffen wir diese Gruppe wieder.
Neben der grundsätzlich sehr dankbaren Annahme von Lebensmitteln und Kleidung werden uns zwei Szenen heute besonders im Kopf bleiben:
An einem Gebäude liegt ein Bedürftiger. Wir sprechen ihn an, um sicher zu gehen, dass alles soweit in Ordnung ist. Während wir ihm einen Kaffee zubereiten, kommt eine junge Frau dazu und bringt ihm etwas Warmes zu essen. Ich bedanke mich dafür bei ihr. Es gibt halt auch einfühlsame und hilfsbereite Menschen in unserer großen und hektischen Hauptstadt.
In einer weiteren Situation versorgen wir eine ältere Dame mit ihrem Hund. Hier kommen zwei Jugendliche dazu und bringen ihr ebenfalls etwas Warmes zu essen. Leider sind sie zu schnell weg. Ich hätte gern auch ein paar dankende Worte an sie gerichtet.
Nach unserer Runde am Alexanderplatz kehren wir rundum zufrieden mit dem Wissen, dass wir ca. 60 Personen versorgt haben, zu unserem Startpunkt zurück.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.






