Heute sind wir, Nicole, Christine, Lisa, Niko, Tom Micha, Micha und ich, Henning, in Köln zu einem neuen Licht der Hoffnung unterwegs. Heute ungewohnter Weise an einem Freitag. Wir treffen einige Bedürftige an, aber längst nicht so viele, wie wir es von den Sonntagsaktionen gewohnt sind. Sonntags haben wir solch einen Andrang, dass sich sogar eine Warteschlange bildet. Heute kommen die Leute einzeln auf uns zu und wir können längere und sehr intensive Gespräche führen.

Ich denke speziell an eine Frau, die sehr gepflegt wirkt. Im Gespräch erfahre ich, dass sie bereits 68 Jahre alt ist und seit 2,5 Jahren auf der Straße lebt. Obendrein ist sie noch Diabetikerin. Normalerweise hat sie ihren Hund dabei. Dieser ist jedoch aktuell bei einem Bekannten untergebracht, damit er sich von stressigen Ereignissen, die am Vortag stattgefunden haben, erholen kann. Dankend nimmt sie die angebotene Unterwäsche, Mineralwasser und Hygienebeutel an. Unser Obst empfindet sie als „Gold wert“.

Sie erzählt, dass sie nachts oft mit der Bahn ziellos umherfährt, unter anderem auch, weil Ratten die Schlafplätze plündern, um Lebensmittel zu ergattern. Dabei beißen sie auch schonmal zu. Allein der Gedanke daran ist für mich mehr als unmenschlich. Von dem wenigen, das sie hat, leistet sie sich ein Deutschlandticket. Das ist eine Situation, die für mich unvorstellbar ist. Wie das für eine Frau sein muss, nachts alleine durch die Gegend zu fahren, nur um der Kälte und den Nagern zu entkommen.

Eine Gruppe Männer, die ein Fahrrad mit Anhänger dabei haben, in dem ein hervorragend erzogener Schäferhund verweilt, werde ich besonders in Erinnerung behalten. Einer der Männer wohnt am Rhein in einem Bauwagen, der Hund ist sehr gepflegt und freut sich über unser angebotenes Futter und speziell über unsere Streicheleinheiten.

Ein anderer der Gruppe kommt auf uns zu und führt mit beinahe jedem von uns ein Gespräch. Das ist immer wieder ein schönes Gefühl. Zu wissen, dass die Gespräche den Bedürftigen etwas geben, macht uns zum einen sehr glücklich, aber auch demütig.

Ich bin dankbar, dass ich in einer solch großartigen Truppe ehrenamtlich unterwegs sein kann und wir so vielen Menschen eine Freude bereiten.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.