„Der Himmel weint“ – und beendet die Licht-der-Hoffnung-Aktion. Doch zuvor können wir, Jens, Hacki und Anne mit Aaron sowie ich, Marco, noch erfolgreich die vielzähligen Bedürftigen in der Nähe der Paulinenbrücke versorgen.
Wir treffen uns in gewohnter Weise im Parkhaus. Von dort aus gehen wir zielstrebig – noch guter Dinge, weil das Wetter hält und ich sowie mein Bruder Jens keine Regenjacke dabei haben – mit unseren drei Bollerwagen in Richtung Innenstadt. Eine Menge Second Hand Kleidung haben wir dabei. Heute überwiegend für Frauen, aber auch eine Handvoll schicke, nahezu neue Herrenschuhe.
Unter der Brücke angekommen werden wir freudig begrüßt. Der Bollerwagen mit Kleidung wird von Anne bedient. Einzeln präsentiert sie interessierten Frauen die unzähligen Hosen und freut sich, wenn etwas Passendes für die jeweilige Dame dabei ist. So leert sich, zwar langsam aber zusehends, ihr Wagen.
Hacki und sein Sohn Aaron geben Heißgetränke und Vespertüten aus. Als unsere Milch sich dem Ende zuneigt, springt Aaron kurzerhand in den nahe gelegenen Supermarkt und holt Nachschub, sodass weitere Kaffee ausgegeben werden können.
Mein Bruder und ich sind im Gespräch mit den Leuten, verteilen Getränkeflaschen, Schokolade sowie Hygieneartikel. Mir fällt irgendwann auf, dass ein schlecht zu verstehender Mann, der vermutlich auch eine Menge Alkohol intus hat, etwas beharrlich an dem Kleiderwagen bei Anne steht. Kurzerhand beschließe ich, ihr etwas zur Hand zu gehen und bei der Ausgabe von Kleidung zu helfen. Dabei höre ich, wie er stets weiter fordert und mehr Kleidungsstücke möchte. Dies stößt mittlerweile auch bei anderen Bedürftigen auf Unmut. Ruhig und konsequent sagen wir ihm also, dass er nun bitte den anderen Herren Platz machen soll, da er ja bereits fünf Kleidungsstücke an sich nehmen konnte. Er dürfe gerne am Ende, wenn alle versorgt sind, erneut kommen – sollte dann noch etwas vorhanden sein, können wir gerne schauen, ob es ihm passt. Er möchte noch Kleidung für seine Frau. Wir machen ihm klar, dass es schwierig ist, wenn wir die Größe seiner Frau nicht kennen, ihm etwas passendes mitgeben zu können. Er akzeptiert das dann auch – schließlich hat er ausreichend andere Dinge erhalten.
So langsam ist dann auch wirklich jeder versorgt und überrascht stelle ich fest, dass der Lebensmittelwagen schon fast leer ist. Also beschließen wir, in Richtung eines Supermarktes am Hauptbahnhof zu gehen. Auf dem Weg dorthin treffen wir noch zwei Personen, die wir ebenfalls versorgen können. Nun haben wir ausschließlich Terrinen und Getränke sowie Hygieneartikel dabei. Außerdem bemerken wir, dass es anfängt zu regnen. Wir stellen uns kurz unter einen Baum, bemerken jedoch, dass es nun doch schüttet. Also biegen wir in den nächstgelegenen Unterstand ab und beschließen dort, dass wir die Aktion für heute beenden.
Der nächste Termin im November kommt bestimmt – denn wie so oft: Nach dem Licht der Hoffnung ist vor dem Licht der Hoffnung.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.




