„Wohin gehen meine Träume?“
Samstag, sieben Personen, fünf prallvolle Bollerwagen und ein Ziel: Ins unbequemste Wohnzimmer an der Wupper etwas Licht zu bringen.
Christine und ich, Tom Micha, sind heute Morgen schon recht früh losgefahren, da wir vorher noch einen ehemaligen Bewohner einer Notunterkunft besucht haben.
Pünktlich kommen wir im Parkhaus am Hauptbahnhof in Wuppertal an, die fünf Bollerwagen sind schnell randvoll gepackt. Auf der Platte treffen wir viele bekannte Gesichter, die uns fast freundschaftlich begrüßen. In meinem Wagen findet sich hauptsächlich Frauenbekleidung, Schuhe, Unterwäsche und Socken. Da aber heute vergleichsweise viele Frauen zugegen sind, leert er sich bis auf ein paar Restbestände vollständig.
Dabei ist es egal, ob Christine die Terrine macht, Nicole Klamotten verteilt, René Kaffee anreicht, Christian mit Henning Lebensmittel und Kaltgetränke ausgibt oder Michael mal hier und dort unterstützt. Jeder hat seine Aufgabe und bekommt es von den Bedürftigen mit Dankbarkeit zurück.
Da die Nachfrage auf dem Platz sehr hoch ist, halten wir uns dort bis zum Abend auf. Wir führen Gespräche, verteilen unglaublich viele Lebensmittel und Getränke, aber auch Hygienebeutel und Bekleidung werden dankend angenommen. Heute greift einfach jedes Rädchen ineinander und wir haben eine super effektive und harmonische Ausgabe.
Anschließend sitzen die meisten von uns noch eine Weile zusammen und reflektieren den Erfolg des Tages, bis wir beim Ausfahren aus dem Parkhaus das Abendrot über Wuppertal strahlen sehen können.
Mein persönlicher Moment heute ist ein Mann am Kaffeewagen, der nur Flip-Flops trägt. Ihm kann ich zunächst nur mit dem letzten Paar Socken weiterhelfen, Schuhe haben wir keine in seiner benötigten Größe. Später merke ich, dass ein Paar (alle in den Größen 35-40) deutlich größer als die anderen ist. Daraufhin suche ich den Mann und gebe ihm die Schuhe, er kommt später erneut zu uns zurück, um sich nochmals herzlich zu bedanken.
Dies zeigt: Auch ein aus der Reihe tanzendes Paar Schuhe kann einem Menschen größte Freude bereiten.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.




