„Das ist mein Leben.“
BergischesLand.

Annika, Olli, Gast Sabrina, Meli, Christian, René, Henning und ich, Christine, sind an diesem Abend in Wuppertal unterwegs.

Wir starten am Parkhaus. Vier Bollerwagen, vollgepackt. Während wir noch warten, lernen wir uns kennen – unkompliziert und direkt, so wie ich es vom #Licht der Hoffnung kenne. Da Henning sich verspätet, ziehen wir schon mal los.

Am Bahnhof ist es zunächst ungewohnt ruhig. Keine bekannten Gesichter, auch die Frau, die stets einen Schlumpf bei sich trägt, ist nicht an ihrem gewohnten Platz. Also gehen wir direkt weiter in Richtung Hotspot.

Dort ändert sich das Bild sofort. Wir werden erkannt und eine größere Gruppe kommt direkt auf uns zu. Es entstehen von Anfang an Gespräche – kurze, aber auch intensivere. Zwischendurch hören wir immer wieder: „Die Onkelz sind wieder da.“

Die Ausgabe läuft schnell an. Kaffee, Tee, Terrinen, Obst, Getränke und Kleidung gehen raus. Auch kleine Dinge aus dem Onkelz-Umfeld sorgen für zusätzliche Freude. Parallel findet eine weitere Ausgabe – durchgeführt von anderen – mit Gemüse und Würstchen statt, trotzdem gehen bei uns rund 40 Terrinen und 20 Nudelpakete raus.

An diesem Abend sind auch einige Hunde dabei. Mehr als Streicheleinheiten haben wir diesmal zwar nicht anzubieten, aber auch das sorgt auf beiden Seiten für Freude.

Henning und Olli kümmern sich um Kaffee, Tee und Snacks, während Annika und Sabrina die Kleiderwagen organisieren. Kleidung, Unterwäsche, Socken, Hygieneartikel und Schuhe geben wir ruhig und strukturiert aus.

Im Laufe des Abends treffen wir auch die Frau mit dem Schlumpf wieder – diesmal jedoch ohne ihren Schlumpf. Sie wirkt deutlich mitgenommen. Nachdem es etwas ruhiger wird, haben wir Zeit zu sprechen.

Sie erzählt, dass sie nach einem Streit mit ihrem Partner plötzlich vor der Tür stand. Mehrere Nächte auf der Straße, inzwischen ein Platz in einer Notunterkunft. Sie hat nur das, was sie am Körper trägt.

Wir können sie mit Kleidung, Hygieneartikeln, Essen und Getränken versorgen. Die Freude darüber ist groß – und es ist einer dieser Momente, die mir im Kopf bleiben.

Besonders beeindruckend ist an diesem Abend auch der Einsatz von Sabrina, die als Gast dabei war und sich trotz ihrer Einschränkungen voll eingebracht hat. Auf der Rückfahrt merke ich, wie stolz sie ist. Genau das zeigt mir, was möglich ist, wenn Teilhabe wirklich gelebt wird.

Am Ende bleibt für mich ein Abend mit vielen Gesprächen, viel Nähe und dem Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles getan zu haben.
Egal, wie weit der Weg ist – wenn am Ziel ein paar glückliche Gesichter warten, lohnt es sich jedes Mal.

Danke an alle, die dabei waren und diesen Abend möglich gemacht haben.
Ein großer Dank geht auch an alle Spenderinnen und Spender. Ohne euch würde hier vieles nicht laufen.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.