„Geld kauft dir keinen Morgen“ – und dennoch kann man damit überleben, vor allem, wenn man nahezu nichts hat. Nichts haben auch die Leute, die wir Anfang November bei kühlen Temperaturen unter der Paulinenbrücke in Stuttgart antreffen – und das sind ziemlich viele. Um nicht zu sagen: mehr als sonst. Wir, Marc, Jens, Hacki mit Sohn Aaron, Steffi mit Tochter Tina sowie Ehemann Christian (der mittlerweile auch Mitglied des B.O.S.C geworden ist) und ich, Anne, sind mehr als überrascht, als die Schlange derer, die etwas aus unseren Bollerwagen haben möchten, schier nicht endet.
Überrascht sind wir jedoch auch darüber, dass es weitere Privatpersonen gibt, die heute spontan mit anpacken – und auspacken. Denn gerade, als unsere Materialien zur Neige gehen, kommen ein Mann und eine Frau mit allerlei Secondhand-Kleidung (Mützen, Handschuhe, Schals und Jacken) sowie Hygieneartikeln zu uns und fragen, ob wir bei der Ausgabe ihrer Sachen helfen. Machen wir selbstverständlich und kommen so auch mit ihnen ins Gespräch.
Ins Gespräch kommen wir auch mit den Bedürftigen, die vor unseren Bollerwagen stehen: Da fällt mir eine ältere Dame auf, die in Sommerschuhen vor mir steht. Ihre Rente ist so mickrig, dass es am Monatsende nicht reicht. Ein Paar Schuhe wäre toll, haben wir heute leider nicht dabei. Eventuell können wir bis zum nächsten Termin – an Nikolaus – Spenden auftreiben, damit wir ihr dann ein Paar warme Schuhe übergeben können.
Oder ein anderer Kandidat. Er ist immer der Erste am Wagen, meistens doch so neben der Spur, dass er kaum was mitkriegt. Er freut sich über eine heiße Suppe und anschließend über einen Kaffee. Eine warme Winterjacke ist ebenfalls für ihn drin. Über warme Socken freut er sich, wie auch einige andere. Und gut, dass wir heute mit Onkelz-Schals, Mützen und Handschuhen ausgestattet sind.
Am Ende unserer Ausgabe vor Ort – nach circa 2 Stunden – haben wir so gut wie alles verteilt, was wir dabeihaben. Es ist eine gelungene Aktion – und der nächste Termin, unsere Nikolausaktion, steht bereits fest. Wir lassen das Erlebte bei einem gemeinsamen Essen im Paulaner ausklingen und freuen uns, dass wir ein so gut eingespieltes Team geworden sind und im Namen der Onkelz gemeinsam Gutes tun.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.




