Schicksalsmelodien: Unsere heutige Ausgabe von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und weiteren Gaben in einer Notunterkunft im östlichen Ruhrgebiet ziehen Tom Micha und ich, Christine, zeitlich etwas vor, da bereits ab dem Mittag massive Schneefälle einsetzen.
Die sieben Männer, die in der Unterkunft leben, sind geradezu begeistert über eine große Sachspende des Clubs und eine kleine persönliche Spende von Tom und mir. Wir wiederum freuen uns, dass wir inzwischen, insbesondere bei solch einem Wetter, auch das Haus betreten dürfen. Die Bewohner haben sogar ein paar Stühle in der Küche aufgestellt.
Allerdings gibt es heute nur ein Thema, leider ein sehr unerfreuliches. Dabei geht es um den Bewohner D., dem wir mit Hilfe unseres Mitglieds Matti seinerzeit einen Rollator besorgen konnten. Er baute seine Gehfähigkeit damit gut auf und konnte später sogar kurze Strecken ohne Rollator gehen. Vor kurzer Zeit hat er mit Hilfe seines Betreuers sogar eine Wohnung gefunden. D. war oft schon früh vor unseren Terminen am Treffpunkt und wartete auf uns.
D. ist schwer gestürzt, zwei Treppen hinunter und mit dem Kopf gegen die Wand. Ein Nachbar hörte dies und verständigte sofort den Rettungsdienst. D. hat dabei sehr viel Blut verloren. Seit Dezember liegt er nun auf der Intensivstation einer Spezialklinik und kämpft um sein Leben. Die Prognose bei einer Gehirnblutung ist immer schlecht, zudem ist er nicht bei Bewusstsein.
D.’s Schicksal beschäftigt uns enorm. Wir merken beide, wie sehr uns jeder einzelne Bewohner mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Da wir als gelernte Pflegefachkräfte nur zu gut wissen, was eine Gehirnblutung bedeutet, sofern man sie überhaupt überlebt, sind wir uns nicht sicher, was wir D. wünschen sollen. Alle zusammen sind wir deshalb heute sehr traurig und verzichten auf die sonst üblichen gemeinsamen Fotos, da uns einfach nicht danach ist.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unterhttps://mein.bosc.de an.


