„Dunkler Ort“ – Dass es bedürftige Menschen nicht leicht haben im Leben, dürfte gemeinhin Konsens sein. Und dass sich das Leben auf der Straße im Winter noch einmal erheblich schwieriger gestaltet, sollte ebenfalls keine große Überraschung sein. Dieser Umstand ruft uns vom B.O.S.C. Anfang Januar in Nürnberg auf den Plan. In der vorangegangenen Nacht war das Thermometer auf unter minus 10 Grad Celsius gefallen. Kevin und ich, Markus, sind daher ganz besonders motiviert, den Menschen, die unter diesen Bedingungen in der Frankenmetropole (über)leben müssen, zu helfen. Da ja bekanntlich aller guten Dinge drei sind, freuen wir uns, das Nürnberger Licht der Hoffnung an diesem Tag zum dritten Mal erstrahlen zu lassen.
Wir treffen uns am frühen Nachmittag im Bahnhofsparkhaus und beginnen damit, Brotzeittüten mit Toast, Scheiblettenkäse, Müsliriegeln und Mandarinen zu befüllen. Weiterhin haben wir Wasser und Kleidung dabei. Schnell sind wir ausgerüstet und beginnen unsere Runde am Hauptbahnhof. Bald stellen wir fest, dass die Präsenz von Polizei und Sicherheitspersonal hoch ist, was dazu führt, dass keinerlei Bedürftige zu sehen sind. Auf dem Weg zur Lorenzkirche treffen wir auf einen Mann, der sehr dankbar über unsere Sachen ist. Er bestätigt unsere Vermutung, dass die Ordnungshüter die Bedürftigen aus dem Bahnhof vertrieben haben. Er gibt uns den Tipp, einfach über die Karolinenstraße und die Breite Gasse zu laufen. Dies stellt sich als goldrichtig heraus. Hier treffen wir entlang der Fußgängerzonen immer wieder auf Bedürftige, die wir versorgen. Es zeigt sich aber erneut, dass es in Nürnberg keinen größeren Treffpunkt gibt, sondern die Bedürftigen weitestgehend auf sich alleine gestellt unterwegs sind. Das führt dazu, dass wir einen längeren Fußmarsch bis hin zur U-Bahnstation am Plärrer unternehmen. Dort treffen wir auf einen Mann, der nicht einmal Schuhe besitzt und daher ausgesprochen glücklich über die von Kevin mitgebrachten Treter ist.
Nachdem wir die komplette Nürnberger Altstadt abgelaufen sind, kehren wir noch einmal zum Bahnhof zurück und begegnen dort im Untergeschoss einer hilfsbedürftigen Frau, die aus ihrem Rollstuhl gefallen ist. Ihr Begleiter konnte ihr nicht wieder aufhelfen. Aufmerksame Mitmenschen hatten aber glücklicherweise bereits die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission verständigt, die zu Hilfe kamen. Wir versorgen die beiden noch mit etwas Essbarem und zwei Flaschen Wasser. Anschließend sind unsere Vorräte bis auf zwei Brotzeittüten, eine Flasche Wasser und ein paar T-Shirts aufgebraucht.
So geht die dritte „Licht der Hoffnung“-Aktion im Frankenland zu Ende. Gemessen an der Zahl der versorgten Personen ist es das bislang erfolgreichste in Nürnberg. Da der Spruch „Aller guten Dinge sind drei“ im Zusammenhang mit dem Licht der Hoffnung definitiv zu „Aller guten Dinge ist ein Mal mehr“ umgetextet werden muss, sagen wir zum Abschluss: Nürnberg, wir kommen wieder!
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.


