„Dies ist die Zeit, neu geboren zu werden.“: Unsere „Licht der Hoffnung“-Aktion Anfang März in Gelsenkirchen zeigt erneut, dass in dieser Stadt ein Licht aufgegangen ist – und dass dieses Leuchtfeuer durch unser gemeinsames Engagement immer heller wird. Aber der Reihe nach:

Bereits direkt vor dem Hauptbahnhof treffen wir, Dennis, Kevin und ich, Frank, zu Beginn unserer Runde auf rund 20 bedürftige Menschen, die wir versorgen können. Die Dankbarkeit ist spürbar. Besonders berührend ist die Begegnung mit einem gehörlosen Jungen und seinem Vater. Der Vater ist sichtlich bewegt und kann kaum fassen, welches Glück sie in diesem Moment haben.

Kurz darauf treffen wir einen Bekannten aus einer früheren Aktion. Er berichtet uns, dass er bald in die Entgiftung gehen wird und im Anschluss bereits einen Platz in einer Langzeittherapie im Sauerland zugesichert bekommen hat. Bis dahin möchte er Abstand von seinem bisherigen Umfeld halten. Er freut sich sehr über die Spenden des Clubs – insbesondere darüber, dass wir ihm zusätzlich einen Schlafsack vermitteln können.

Unsere Tour führt uns weiter durch die Bahnhofstraße hinauf zum Heinrich-König-Platz, wo wir weitere Menschen versorgen. Dort treffen wir auch eine junge Frau, die wir ebenfalls von früheren Aktionen kennen. Sie nimmt dankbar ein verschlossenes Glas Spekulatiuscreme mit Löffel an, das wir heute aus einer Sachspende dabeihaben. Aufgrund ihres schlechten Zahnzustandes ist diese weiche Nahrung für sie besonders hilfreich.

Anschließend geht es weiter zum Musiktheater im Revier. An der Stadtbahnhaltestelle versorgen wir weitere vier bis fünf Personen. Besonders bewegend ist hier die Begegnung mit einem Mann, der kurz zuvor Opfer eines Übergriffs geworden ist. Er hat die Nacht im Krankenhaus verbracht und ist erst wenige Stunden zuvor entlassen worden, da das Bett anderweitig benötigt wurde. Sein Gesicht ist von Verletzungen gezeichnet. Er freut sich über Pflaster und Feuchttücher, um sich etwas versorgen zu können, und natürlich über die große Tüte mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Auf dem Rückweg begegnen uns noch einzelne Bedürftige, um die wir uns ebenfalls kümmern können.

Zum Abschluss kehren wir gemeinsam in ein Café ein. Dort werden wir von einer Frau, ihrem Mann und ihren beiden Kindern angesprochen – die Frau ist schwanger. Sie erkennt unser Logo und fragt: „Ist das nicht das Logo vom Social Club?“ Wir kommen ins Gespräch und erklären unser monatliches Engagement. Die Frau zeigt sich sehr beeindruckt und dankbar darüber. Mit einem Lächeln erzählt sie, sie wäre gerne einmal auf ein Böhse-Onkelz-Konzert gegangen, sei aber gefühlt in dieser Zeit immer schwanger gewesen.

Der heutige Tag hat uns erneut gezeigt, wie groß der Bedarf in Gelsenkirchen ist – und wie wichtig kontinuierliche Präsenz, Gespräche und Menschlichkeit hier sind. Das Licht der Hoffnung leuchtet – und wir tragen es gemeinsam weiter.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.