„Ich rieche eine kranke, eine kranke, müde Welt.
Ich rieche Gier, die Gier nach Geld.“

Während sich die Politik in der Hauptstadt Berlin um Nullen streitet, sind andere einfach froh, zumindest etwas gereicht zu bekommen. Hier geht’s nicht um Nullen, es geht um Respekt, ums Dasein, ums Zuhören und Helfen. Ein Leben mit Problemen zumindest für den Moment menschlich und erträglicher zu gestalten.

Bei mildem, bewölktem Wetter werden die gut bestückten Bollerwagen vorbereitet. Unsere altbekannte Route Ostbahnhof – Alexanderplatz – Ostbahnhof wird auch heute wieder genommen. Bereits auf dem Bahnhofsvorplatz zeigt sich ein deutlich größerer Andrang als bei der letzten „Licht der Hoffnung“-Aktion. Der Bedarf ist so hoch, dass die Bollerwagen schon nach kurzer Zeit neu aufgefüllt werden müssen.

Eine Extrazeile hat sich heute Annabell, Michas Tochter, verdient. Sie ist bereits fester Bestandteil unseres Teams und hat schon an vielen Aktionen teilgenommen. Inzwischen kommt sie auch allein, wenn Micha nicht kann, weil sie von dem, was sie tut, überzeugt ist und wie wir „Mindestens die Welt verändern“ will. Chapeau.

Sehr schön ist auch, dass Anne und Sandra, die wir auf der Tour am Bus kennengelernt haben, beim letzten Mitgliedertreffen zu uns gestoßen sind und heute zum ersten Mal bei der Aktion dabei sind.

Als wir dann am Alex ankommen, gibt es erstmal eine Überraschung, denn gerade an den üblichen Orten unter den S-Bahn-Bögen ist niemand anzutreffen. Also ziehen wir weiter zur Brücke an der Spree, doch auch von dem dort bisher befindlichen und ursprünglich sehr umfangreichen Lager ist so gut wie nichts übrig. Ein Bewohner erklärt uns dann, dass der Standort in den letzten Wochen mehrfach geräumt wurde.

Trotz des Regens am Ende der Tour überwiegen Dankbarkeit, positive Begegnungen und viele berührende Momente. Die Aktion bestätigt erneut, wie wertvoll solche Aktionen sind, sowohl für die Bedürftigen als auch für das Team selbst.

Und man erkennt, dass Nullen auf dem Bankkonto sicherlich einen gewaltigen Unterschied ausmachen, aber Menschlichkeit immer an erster Stelle stehen sollte.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.