„Erkennen Sie die Melodie?“ – Eine weitere erfolgreiche „Licht der Hoffnung“-Aktion können wir, also René, Chris, Tom Micha und ich, Christine, Mitte Dezember in Wuppertal vermelden. Vielen Mitmenschen können wir mit unseren mitgebrachten Snacks, kalten und warmen Getränken, Hygieneartikeln, Terrinen, Bekleidung und Schuhen helfen.
Zunächst treffen wir uns im Parkhaus und sortieren unsere vier Bollerwagen routiniert ein und starten dann unsere Tour. Direkt am Bahnhofsvorplatz treffen wir eine uns bekannte Dame mit Rollator. Sie ist bereits älter und übernachtet in einer Notunterkunft. Bis wir ihre Wünsche erfüllt haben, dauert es eine Weile, denn sie ist unentschlossen, was ihre Auswahl betrifft. Dennoch ist sie immer sehr dankbar und lobt uns stets für unsere wohltätigen Taten.
Wir bahnen uns einen Weg durch die Menschenmenge, die wir aus der Vorweihnachtszeit des Vorjahres bereits kennen, und gelangen zu einer Bedürftigen, die zielsicher ihre Wünsche äußert, sodass wir sie schnellstmöglich erfüllen können. Sie legt Wert darauf, dass wir möglichst bald weiterziehen, damit sie von den Menschen in der Fußgängerzone nicht übersehen wird und sich ihr Pappbecher füllt. Sie sagt: „Ich muss jetzt weiter Geld verdienen“, und weg sind wir auch schon.
Weiter geht es zum lokalen Hotspot, wo zu diesem Zeitpunkt eine Essensausgabe der örtlichen Kirchengemeinde stattfindet. Nach und nach werden wir entdeckt und die Bedürftigen kommen in moderatem Tempo auf uns zu. Vermutlich werden sie auch ein bisschen durch die Onkelz-Musik aus Renés Box angelockt – gerade hier in Wuppertal hat die Band offenbar reichlich Fans.
Insbesondere Jacken und Mützen sind aufgrund der kalten Jahreszeit stark nachgefragt. Die Augen leuchten und es gibt so manche Umarmung, als wir die Merch-Schals aus dem Rucksack holen. Diese ehrliche Freude kann ich gar nicht in Worte fassen. Es hat mich sehr berührt! Eine Bedürftige bringt sogar die Kleidung zu einigen eher schüchternen Menschen, die nicht weit von uns entfernt sitzen, und motiviert auch andere, die sich nicht trauen, nach Hilfsgütern zu fragen, genau dies zu tun. Andere wiederum bleiben vom Anfang bis zum Ende der Aktion bei uns.
Tom Micha unterhält sich lange mit einer weiteren Bedürftigen. Sie kennt die Onkelz und ihre Lieder sehr gut, dadurch kommen wir ins Gespräch über das Urteilen im Zusammenhang mit echtem Handeln, insbesondere was die zunehmende Vertreibung und Ächtung von Bedürftigen in den Innenstädten angeht. Sie lobt, dass auch Menschen, die nicht betroffen sind, dies kritisch sehen können. Als sie Tom Micha im späteren Verlauf von ihren gesundheitlichen Problemen erzählt, tauschen sich die beiden lange darüber aus. Gemeinsam suchen wir noch Klamotten für eine weitere Frau heraus, die bei uns sitzt. Dank der Kenntnis des Geschmacks der Frau und Tom Michas Überblick über unser heutiges Sortiment können wir sie schließlich gut ausstatten.
Alle Bedürftigen sind heute äußerst dankbar und letztendlich können wir „ausverkauft“ melden. Als wir die sehr wenigen Restsachen ins Auto verladen haben, stellen wir erstaunt die Uhrzeit fest, denn aus einem scheinbaren Momentchen vor Ort sind satte drei Stunden geworden. Zum Abschluss sitzen wir noch gemeinsam in unserem Stammimbiss und tauschen uns über die Eindrücke des heutigen Tages aus.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.




