„Lass uns fliegen schöne Sehnsucht, näher an unsre Träume“ – wir an unsere, ihr an eure. Gemeinsam dies zu schaffen, ist das Ziel. Deshalb sind wir drei, Annika, Stevi, und ich, Frank, an diesem Sonntag wieder in Gelsenkirchen im Einsatz als „Engel in Zivil“. Und da wir allzu viele gute Gaben mit uns führen, die wir nicht alle in zwei Bollerwagen unterkriegen, bekommen wir Unterstützung durch meinen Nachbarn, der uns leihweise einen weiteren Gehilfen auf vier Rädern bereitstellt. So kriegen wir alles gut geladen und können losziehen. In Summe – Achtung Spoiler – werden wir heute circa 40 Personen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung beschenken. Das freut uns natürlich – jedoch macht es auch betrübt, da man gefühlt den Eindruck hat, es werden stets mehr Menschen, die mit Armut zu kämpfen haben oder von Armut bedroht sind. Okay, auch nicht verwunderlich, gilt Gelsenkirchen doch als ärmste Stadt Nordrhein-Westfalens – zumindest war dies laut einer Statistik von 2022 so. Wobei hier auch die Kinderarmut am stärksten ausgeprägt ist laut Statistik aus dem Jahr 2023.
Da die Temperaturen der Jahreszeit entsprechend kühl sind, haben wir Mützen, Handschuhe und Socken – bereitgestellt durch den B.O.S.C. – dabei. Diese Artikel werden sehr gerne entgegengenommen. Durch die Auflösung eines Kleiderfundus können wir fast neuwertige Kleidung und Schuhe an Bedürftige rausgeben. Ein echtes Highlight! Doch damit nicht genug. Von einer weiteren Person wurde uns Winterkleidung und Geld für Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank.
Bei den zahlreichen Gesprächen, die wir mit den Bedürftigen führen, erfahren wir, dass viele die Notunterkünfte aus Angst vor Übergriffen, Diebstählen und aufgrund der untragbaren Bedingungen, die dort oftmals vorherrschen, meiden . Ich bemerke in einer Situation, wie Stevi einer Frau die Kontaktdaten eines Frauenhauses vermitteln kann, und ich hoffe sehr, dass sie dort den gewünschten Schutz und die notwendige Hilfe finden wird.
Als wir mit unserer Runde fertig sind und uns auf den Rückweg begeben, beginnt es zu regnen. Eisregen. Dies macht uns betroffen, da wir doch wissen, dass viele der soeben angetroffenen schutzlos der Witterung ausgeliefert sind. Es hilft uns ein wenig, zu wissen, dass wir ein kurzes Blitzlicht in all der Finsternis gewesen sind und dass wir diesen Funken auch bei unserer nächsten Aktion erneut entzünden wollen.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.




