„Nichts ist für die Ewigkeit!“ Im Januar führen wir, Annika, Manu, Laura, Nadine, Christian, Kevin, Dennis, Günni, Andreas, Oliver und ich, Henning, in Köln wieder eine „Licht der Hoffnung“-Aktion durch. Mit elf Personen und vier Bollerwagen ziehen wir los. Die Bollerwagen haben wir wieder aufgeteilt in eine Kleiderkammer, einen Kaffeewagen und zwei Speisewagen. Vom Parkhaus aus, wo wir uns treffen, ziehen wir los in Richtung Breslauer Platz.

Interessant ist es zu sehen, wie ein kleiner Entenmarsch uns Richtung Ausgabeplatz folgt. Einige unbekannte Gesichter sind dieses Mal auch dabei. Aufgrund der nicht so angenehmen Temperaturen werden wir direkt auf Warmes angesprochen. Warmes Essen, warme Kleidung sind in diesen Zeiten absolut notwendig. Wie froh können wir sein, dass wir ein Zuhause haben, wo wir uns in ein warmes Bett legen können. Wie ein Schweizer Uhrwerk arbeiten wir wieder Hand in Hand und verteilen unsere Güter an die Bedürftigen. Auch diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind, fügen sich direkt in unsere Reihen ein und arbeiten mit uns zusammen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Jeder hat seinen bestimmten Bereich: So kümmert sich Laura zum Beispiel um die Modeberatung, Christian und Annika sowie Oliver haben Spaß am Kaffeewagen. Nadine und Dennis verteilen derweil munter vom „Speisewagen“. Günni springt hin und her und sorgt dafür, dass jeder Handschuhe, Tüten und alles Nötige an seinem Arbeitsplatz zur Verfügung hat und auch Kevin und Manu wissen, was zu tun ist und sind überall zur Stelle wo es nötig ist. Alles in allem können wir den großen Ansturm, den wir heute haben, gut bewältigen.

Natürlich sind wir auch heute wieder zu Scherzen aufgelegt, haben aber auch ein offenes Ohr für diejenigen, die sich einfach mal aussprechen wollen.

Von einer Bedürftigen erfahren wir, dass ein befreundeter Streetworker mit gerade mal 36 Jahren an einer Thrombose verstorben ist. Sie weint und ist sehr betroffen. Da sie selbst kurz vor einer Thrombose am Bein steht hat dieses Ereignis ihr noch mal besonders bewusst gemacht, das ihr Leben endlich ist. Sie schläft in den Zügen der Deutschen Bahn, da sie Probleme mit den Obdachlosenunterkünften hat. Von sexuellen Übergriffen bis zu mit Nachdruck angebotenen Heroinspritzen sowie Diebstahl war alles dabei. Dass sie sich dort nicht sicher fühlt ist verständlich. Trotz ihrer Erfahrungen ist sie sehr warmherzig und hat immer ein wachsames Auge auf ihre Mitmenschen. Da ihr aktueller Rucksack sehr unhandlich ist, wollen wir bis zur nächsten Aktion einen neuen Rucksack für sie organisieren.

Später erzählt Günni uns, dass er von dem Gespräch leicht überfordert war, aber natürlich dennoch versucht hat, Trost zu spenden. Diese Situation zeigt einmal mehr, dass Ehrenamt auch sehr fordernd sein kann.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder selbst auf die Beine zu stellen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.