„War’s das schon, kann das alles sein?“ – das kann ich, Christine, mich nach der heutigen Aktion in einer Einrichtung für Wohnungslose im östlichen Ruhrgebiet durchaus fragen. Gemeinsam mit Tom mache ich mich wie gewohnt auf den Weg, beladen mit vielen Dingen, von denen wir wissen, dass diese von den Bewohnern der Unterkunft gern genommen werden. Und bisher sind wir es auch gewohnt gewesen, empfangen zu werden.
Heute ist alles anders. Wir nehmen eine lethargische Stimmung wahr. Ja, das Wetter ist trübe – möglicherweise färbt sich das auch auf die Bewohnerschaft ab? Sonst sehr gesprächige Personen meiden heute den Blickkontakt, kaum ein Wort ist zu vernehmen. Wir starten den Versuch, etwas über den Verbleib eines Mitbewohners zu erfahren. Jedoch bekommen wir nicht, wie erhofft, eine Antwort. Also helfen wir beim Einräumen der Lebensmittel in der Gemeinschaftsküche und beschließen, dass wir uns heute nicht so lang aufhalten werden. Es ist für uns natürlich etwas irritierend, wenn wir nicht, wie sonst immer, freudig empfangen werden. Aber auch dieser eher teilnahmslose Empfang hat einen Lerneffekt für uns: Am Ende geht es bei unserer sozialen Aktion nicht darum, dass wir uns möglichst gut fühlen. Es geht darum, dass wir den Bedürftigen mit unseren Spenden und Gaben weiterhelfen, sie in ihrer schwierigen Lebensphase unterstützen. Das ist der Sinn. Und wenn wir nun dieses Mal weniger an guten Gefühlen zurückbekommen, dann ist es eben so. Beim nächsten Mal kann alles wieder anders sein.
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unterhttps://mein.bosc.de an.


