„In schlechten Zeiten bekommt man nichts geschenkt.“. – Doch! Bedürftige bekommen von uns vieles geschenkt. Darum führen Chris, Henning, Melina – die wir das erste Mal in Wuppertal begrüßen dürfen – Nicole, René und ich, Christine Mitte Januar trotz Kälte ein Licht der Hoffnung in Wuppertal durch. 5 Bollerwagen packen wir zusammen und ziehen vom Bahnhof aus los.
Christine und Henning ist es besonders schwergefallen, sich aufzuraffen. Da fragen wir uns natürlich: Wie muss es erst denen gehen, die täglich in dieser Kälte dem Wetter trotzen müssen? Wir können in unsere warmen Wohnungen zurückkehren, aber unsere Zielgruppe muss bei Wind und Wetter im Freien verweilen.
Die ersten Bedürftigen treffen wir bereits im Bahnhofsgebäude auf dem Fußboden schlafend an. Einer von ihnen hat sich in einen Schlafsack und Decken eingewickelt. Wir stellen ihm vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, verpackte Schokobrötchen, Obst, Getränke und etwas zum Naschen zu seinem Gepäck. Als wir am Ausgang ankommen, sehen wir so viele Bedürftige wie noch nie. Zum Glück können wir allen etwas mitgeben. Alles läuft friedlich und diszipliniert ab.

Neben unseren Gaben haben wir auch Zeit mitgebracht, sodass wir einige Gespräche führen können. Unter anderem führe ich, Henning, eines mit Deniz. Er ist interessiert daran zu erfahren, in wessen Namen wir agieren, und erzählt mir, wie es bei anderen Organisationen abläuft. Als er hört, dass wir im Namen der Onkelz unterwegs sind, erzählt er mir seine Geschichte. Im Gefängnis ist er im Rahmen der Resozialisierung mit Songs der Onkelz in Berührung gekommen. Sein erster Song war „Stöckel und Strapse“. Aber auch „Nur die Besten sterben jung“ ist ihm ein Begriff. Es ist höchst interessant zu hören, wie die Lieder der Onkelz ihn beeinflusst haben. Er verabschiedet mich mit den Worten: „Diskurs statt Gewalt“. Das hat er im Knast gelernt.

Neben ausreichend Essen und Getränken können wir auch warme Kleidung herausgeben. Melina hat außerdem etliche neutrale Schals mitgebracht, die gerne genommen werden. Natürlich stehen auch die Onkelz-Schals hoch im Kurs. Auf dem Weg zum Hotspot treffen wir auf ein paar Punks, die sehr gerne ein paar unserer Dinge entgegennehmen. Auch am bekannten Treffpunkt herrscht großer Bedarf. Kurz zuvor hat eine Essensausgabe stattgefunden, aber viele haben sie verpasst und sind daher dankbar, dass sie nun bei uns doch noch warmes Essen bekommen. Speziell Heißgetränke sind heute der Renner. Wir sind uns sicher, dass wir auf dem Rückweg noch weitere Bedürftige antreffen werden. Aus diesem Grund behalten wir noch Dinge zum Ausgeben zurück und kehren in Richtung Parkhaus um. Unser Gefühl ist richtig: Wir begegnen einigen Bedürftigen, die froh sind, dass wir noch Lebensmittel und Kleidung für sie übrighaben. Diese geben wir gerne an sie raus. In Erinnerung bleibt uns eine junge Frau, die nach warmem Essen und Kleidung fragt und dann ihren Schokoriegel mit einem anderen Bedürftigen teilt, obwohl sie selbst Hunger hat. Hier sehen wir, dass Solidarität überall vorhanden ist – auch auf der Straße, unter denen, die selbst kaum etwas haben.

Wir beenden unsere Aktion und unterhalten uns noch über den heutigen Tag, mit dem Resümee, ein helles Licht der Hoffnung über dieser Stadt zum Strahlen gebracht zu haben

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.