Eine offizielle Statistik, wie viele Obdachlose in unseren Straßen leben, gibt es nicht, jedoch waren laut einer Schätzug der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. im Jahr 2018 etwa 678.000 Menschen in Deutschland ohne festen Wohnsitz.

Mit dem Projekt „Licht der Hoffnung“ wollen wir genau das ausstrahlen, was der Projektnahme verspricht: etwas Hoffnung. Hoffnung darauf, nicht vergessen zu werden. Hoffnung darauf, dass es Menschen gibt, die sich für Schicksale interessieren.

In kleinen Aktionen verteilen Mitglieder des B.O.S.C. in ihren Städten Getränke und auch Tütensuppen an Obdachlose. Dabei kommt es natürlich auch zu Gesprächen und die meisten Abnehmer freuen sich nicht nur über die Geste sondern auch darüber, dass man ihnen zuhört, das jemand mit ihnen spricht und das sie wahrgenommen werden.

Folgende Aktionen haben im Rahmen des Projektes stattgefunden.

10.02.2021 - Nordrhein-Westfalen, Essen, Hauptbahnhof

Anfang Februar war unser Mitglied Benny in Essen rund um den Hauptbahnhof unterwegs und hat dort Kleidung an obdachlose Jugendliche und Erwachsene verteil, um ihnen eine kleine Freude zu machen in den kalten Wintertagen. Im Gepäck hatte er einiges aus unserem Pool aus dem Projekt Kleidung für Bedürftige. Die Freude war groß und auch der ein oder andere Onkelz Fan war unter den Empfängern. Dabei ist ihm Michael ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil er seit fünf Jahren auf der Straße sein Lieblingsstück Bomberpilot nicht mehr gehört hat. Es gab auch viele weitere Geschichten, einige traurig, einige aber auch lustig. Benny wird auf jeden Fall wieder losziehen, um unseren wohnungslosen Mitmenschen etwas Hoffnung und Freude zu schenken.

31.01.2021 - Niedersachsen, Hannover, Hauptbahnhof

Ende Januar starten unsere beiden Mitglieder Tobi und Jens die erste Aktion im Rahmen unseres Projektes „Licht der Hoffnung“. Die beiden Jungs, die sich bislang noch nicht persönlich kennen, treffen sich gegen elf Uhr am Hauptbahnhof in Hannover. Im Gepäck haben sie Kaffee und Tee in Thermoskannen. Die beiden kommen auf Anhieb super miteinander klar und nach einem kurzen Kennenlernen machen sie sich auf den Weg um ein wenig Wärme zu verbreiten.

Ihre erste Station ist eine Seitengasse, in der sich gerade ca ein Dutzend obdachlose Menschen aufhalten. Zunächst sind die Männer und Frauen skeptisch und halten unsere Helfer für Polizisten. Die Aussicht auf heiße Getränke stimmt alle jedoch freundlich und das Angebot wird von einigen gerne angenommen und man kommt auch ins Gespräch.

Die Tour geht weiter um den Hauptbahnhof herum. Eine klare Route gibt es nicht und wie sich herausstellt braucht es diese auch nicht. In so gut wie jeder Straße treffen die beiden B.O.S.C.ler Wohnungslose. Die Menschen sind ausnahmslos nett. Nicht jeder nimmt das Angebot an, dennoch findet es so viel Anklang, dass der Kaffee im Nu leer ist.

Nach rund zwei Stunden ist die Tour dann beendet und sowohl Tobi als auch Jens sind positiv überrascht, wie gut ihr Angebot ankam. Für beide war es ein super interessanter und erfolgreicher Tag, der auf jeden Fall wiederholt wird. Sie sind in eine Welt eingetaucht, die unfassbar erschütternd ist und die man im normalen Alltag, wenn überhaupt, nur am Rande wahrnimmt. Sie haben viele verschiedene Menschen kennengelernt und echte Dankbarkeit erfahren.

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