Die Anlaufstelle der Drogennothilfe Frankfurt liegt direkt im Brennpunkt – im Bahnhofsviertel. Gegenüber eines Bordells befindet sich der Eingang, der zunächst in ein Treppenhaus führt. Auf dem Weg nach oben kommt man zuerst am Konsumraum vorbei, dieser ist allerdings nur tagsüber geöffnet.

Noch etwas weiter nach oben und man gelangt in das Stockwerk, in dem sich die Küche befindet. Hier bekommen die Klienten warmes Essen und Getränke. Außerdem gibt es einen Raucherraum für Zigaretten und einen Raucherraum für Crack und Marihuana. Auf der gleichen Etage befindet sich noch eine kleine Kleiderkammer und auch ein Waschraum mit Waschmaschine und Trockner, wo die Klienten ihre Wäsche waschen können sowie Spinde, wo die Nachtgäste beispielsweise ihre Drogen wegschließen, da der Konsum in der Nacht nicht erlaubt ist. Zu guter letzt gibt es noch ein Büro mit einem Bett, wo ein Teil der doppelköpfigen Nachtschicht schläft (geschlafen wird in Etappen).

Eine Etage darüber befinden sich die ersten Schlafräume. Hier gibt es ein Frauenzimmer und drei Männerzimmer – alles Gruppenzimmer. Außerdem gibt es auch hier ein Büro mit einem Bett, für die zweite Person der Nachtschicht. Noch eine Etage weiter oben sind weitere Männerzimmer zu finden.

Es handelt sich bei der Drogennothilfe um ein niederschwelliges Angebot, das bedeutet, es gibt kaum Anforderungen um Hilfe zu erhalten. Ziel der Nothilfe ist neben der akuten Betreuung auch die Vermittlung, beispielsweise in eine Entgiftung oder eine Übergangseinrichtung.

Weitere Infos über die Einrichtung, die Angebote, die Arbeit und auch ein paar Bilder findet ihr hier: Drogennotdienst Frankfurt (DND)

Folgende Aktionen haben im Rahmen des Projektes stattgefunden.

14.06.2020 - Mund-Nasen-Bedeckung-Spende

Nachdem wir erfahren hatten, dass die Drogennothilfe in Frankfurt Mund-Nasen-Bedeckungen für sich und ihre Klienten benötigt war es uns ein Anliegen, diese aufzutreiben. In Bottrop haben wir eine Organisation gefunden, die solche Bedeckungen herstellt. Wir haben ihnen die Lage geschildert und man stellte uns sofort eine Lieferung aus B-Ware zusammen und kostenfrei zur Verfügung. Die Bedeckungen, die wir erhalten haben sind allesamt funktionsfähig, haben jedoch ein paar Schönheitsfehler, so dass sie sich nicht für den Verkauf eignen. Zusätzlich erreichte uns noch eine Spende in Form einer Packung Einweg-Mundschutze aus Dänemark von einem unserer Bus-Schrauber.

Am Sonntag Abend mache ich, Jackie, mich dann auf den Weg, die Ware an den Mann zu bringen. Oder besser gesagt, an die Frau. Nadine hat Nachtschicht heute und ich soll so ab 21:15 vorbeikommen, weil der erste Schwung dann durch ist und sie etwas Zeit hat.

Gegen halb zehn gehe ich vom Hauptbahnhof durch die Taunus- zur Elbestraße. Allein das ist ein Abenteuer für mich, auf dem Weg bekomme ich einige Angebote. An der Nothilfe angekommen stehe ich dann etwas verloren da. Türe zu, davor etliche Leute am Konsumieren. Ich klingel und frage nach Nadine und sage, das ich Masken für sie habe. Man teilt mir mit, dass man mir keine Auskunft über Anwesende erteilen darf – verständlich.

Ich überlege Nadine anzurufen, begebe mich sicherheitshalber aber erst mal in „normalere“ Gefilde. Leider erreiche ich sie nicht, also schreibe ich ihr eine Nachricht, hadere ein wenig mit mir und mache mich dann auf den Heimweg.

Ich habe mich erst drei Haltestellen vom Bahnhof entfernt, da ruft sie zurück. Es stellt sich heraus, dass ich sie vorhin an der Gegensprechanlage hatte, sie hatte aber auf Grund der Umgebungslautstärke nicht alles verstanden und dachte ich sei eine Klientin die nach einer Klientin Nadine fragt und ihr Wachteln vorbeibringen möchte. Haha, Wachteln.

Ich fahre wieder zurück, diesmal laufe ich durch die Kaiserstraße, was das Erlebnis nicht viel aber doch etwas angenehmer macht.

Drinnen werde ich herumgeführt und quatsche dann noch gut eine Stunde mit Nadine und ihrer Kollegin über ihre und auch unsere Arbeit. Über die Masken freuen sie sich total, in der Einrichtung werden wiederverwendbare Masken an die Klienten verteilt, die diese dann abgeben und gegen Frische tauschen können – die abgegebenen Masken werden dann gewaschen. So passt unsere Spende wunderbar ins Konzept und über die Einweg-Masken freuen sich die Mitarbeiter dort.

Ich wurde sehr herzlich empfangen, auch die Klienten, die ich zu Gesicht bekam, waren total nett zu mir. Ich freue mich schon auf die nächste Aktion für die Drogennothilfe.

Leave a Reply